Story Time: Dranbleiben ist das Wichtigste!

In der heutigen Zeit gibt es so viele Möglichkeiten und so viele Einflüsse, dass es einem manchmal schwer fällt, an einer Sache dranzubleiben. Sei es das Schreiben eines Buches, das Erlernen von Sprachen oder Instrumenten, das Malen eines Bildes oder sonst irgendein auserwähltes Hobby. Manchmal ist das Problem auch die Motivation oder eine neue, unerwartete Situation. Aber was auch immer der Grund ist: Es ist wichtig, an der Sache festzuhalten und nicht aufzugeben! Und wenn es Monate oder sogar Jahre dauern sollte! Der Klassiker unter den Sachen, die man aufgibt: Sport! Sport ist nicht für jeden ein Kinderspiel! Sport ist auch meine „Sache“ und  heute möchte ich euch von meinem „Dranbleiben“ erzählen.

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Vor sechs Jahren habe ich angefangen Sport zu machen. Okay, eigentlich mache ich schon mein Leben lang Sport: Nachdem ich jahrelang als Kind im Leichtathletik versagt habe, bin ich einer Freundin zuliebe weiter zum Fußball gehüpft. Damals war das Team noch ganz neu erstellt, unsere erste Mädchenmannschaft. Keine festen Positionen, keine gültigen Ausweise, keine Siege. Auf sowas hat man schnell keine Lust mehr, also ging’s danach wieder weiter zum Tanzen. Zum Tanzen hat mich meine Schwester motiviert und es hat mir so viel Spaß gemacht! Ich war in einer „Musical & Showdance“-Gruppe, in der wir einen Mix aus Jazz-Dance, Ballett und sonst was getanzt haben. Es war großartig! Aber dann kam das Abi und mit dem Abi ging die Zeit verloren und schon habe ich aufgehört mit dem Tanzen. Zwischendurch bin ich ständig auf meinen Inlinern unterwegs gewesen oder mit dem Fahrrad durch die Gegend gedüst. Vor sechs Jahren, das war noch kurz bevor ich mit dem Tanzen aufgehört habe, habe ich angefangen, zuhause abendlich ein Work-Out zu machen. Ich war richtig motiviert und bin sogar ohne Probleme lange Strecken gejoggt. Auf Anhieb habe ich es geschafft, eine Dreiviertelstunde zu laufen (ich war selbst ganz überrascht!) und den ganzen Weg  ohne Unterbrechungen durchzuziehen. Im Urlaub bin ich jeden Morgen meine Bahnen geschwommen und jeden Abend habe ich meine Übungen gemacht. Und ich hatte auch Erfolge mit dem Ganzen. Und dann kam dieser Tag, an dem ich keine 5 Minuten aus dem Haus war und im Prinzip direkt zum Arzt gejoggt bin. Ich habe ziemliche Schmerzen beim Atmen gehabt – so, als würde meine Lunge selbst schmerzen –  und der Arzt hat erst mal einen Test gemacht. So ein Test, bei dem man kräftig in ein Messgerät pustet. Die Arzthelferin hat freundlich dabei zugeschaut, wie ich fünfmal viel zu schwach gepustet habe und wie unglaublich anstrengend das für mich war. Als es dann beim 6. Mal funktioniert hat, sagte sie: „Ist doch alles super!“. Ja, total super! Seither habe ich es nie wieder geschafft, länger als 12 Minuten zu joggen und das ist auch erst zweimal passiert. Auch mein Fahrrad und meine Inliner, habe ich seitdem kaum noch genutzt.  Kurze Zeit später wurde bei mir eine Hypothyreose, eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt. Juhu. Diese Stoffwechselkrankheit ist gar nicht mal so selten und ich war überrascht, wie viele in meinem Umfeld unter dem gleichen Problem litten. Diese Diagnose war eher ein Zufallsbefund, denn eigentlich war ich wegen etwas ganz Anderem zum Arzt gegangen, das mir im Nachhinein monatelang Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte eingebracht hat. So viel also zum Sport.

Mein Freund ist ein hoch motivierter Jogger und ist auch allgemein, was den Sport angeht, etwas disziplinierter, als ich. Immer wieder hat er versucht, mich zu motivieren. Ab und zu hat er es geschafft, aber ich war nie von selbst zufrieden. Manchmal hatte ich diese Momente, die ganz plötzlich kamen, in denen ich einfach meine Schuhe angezogen habe und losrennen wollte. Aber noch während ich meine Schuhe zugebunden habe, hat mich der Mut wieder verlassen. Und trotzdem habe ich immer wieder neue Dinge gefunden, in die ich meine Hoffnung auf mehr Bewegung gelegt habe. Aerobic bei Just Dance, lange Spaziergänge und neue Fitness-Apps. Letztes Jahr war es fast soweit. Ich habe schon wieder 3 Wochen mein Training durchgezogen, als ich krank wurde. Eine richtig fiese Erkältung hat mich erwischt und sechs Wochen stillgelegt. Und ich halte nicht viel davon, bei Krankheit Sport zu machen. Tja, ich hatte schon geahnt, dass auch das nichts mehr wird. Und so war es dann auch. Kein Sport mehr.

Aber ich habe wieder nicht aufgegeben. Ich habe mir ein Fitbit zum Geburtstag gewünscht und habe dadurch auch die Fitstar-Personal-Trainer-App entdeckt. Ich war wieder motiviert. Habe wieder Sport gemacht und mich sogar auf die Waage getraut. Und dann kam die Zeit, in der ich unglaublich unmotiviert und mutlos geworden bin. Wir erinnern und an meine Diagnose mit der Hypothyreose: Eine Stoffwechselerkrankung, die es einem Menschen nicht gerade leicht macht abzunehmen und gleichzeitig dafür sorgt, dass man recht schnell zunimmt. Meine Schilddrüse setzt gleich noch einen oben drauf und meint, sich Abbauen zu müssen. So wie bei der Autoimmunkrankheit Hashimoto. Juhu, again. Es ist einfach sehr frustrierend, wenn man jeden Tag seinen Körper ins Schwitzen bringt, vor dem Fernseher rumhüpft, Gewichte hebt und die Schokolade gegen den Apfel eintauscht, aber am Ende nach Wochen noch immer die gleiche Zahl auf der Waage erscheint!

Auf der einen Seite ist mir bewusst geworden: Du musst Sport machen, wenn du in 5 Jahren nicht den Berg runterrollen willst! Aber auf der anderen Seite wusste ich auch, dass ich mir keine Hoffnung auf schnelle Erfolge machen durfte. Aber ich bleibe dran. Und selbst, wenn ich für immer in meinem aktuellen Gewicht stecken bleiben sollte, dann weiß ich, dass ich es wenigstens versucht habe. Außerdem ist das dann immerhin schon besser, als eine Kugel zu werden. Seit 3 Wochen bin ich wieder dran und ich hoffe, dass mir diesmal keine fiese Erkältung oder sonst was einen Strich durch die Rechnung macht. Und selbst wenn, dann hoffe ich, dass ich diesmal nicht wieder aufgebe. Dranbleiben ist das Wichtigste!

Und auch ihr solltet dranbleiben! Gebt nicht auf bei eurem Buch, eurer Sprache,  eurer Malerei oder bei was auch immer. Auch wenn ihr keine schnellen Erfolge erzielen solltet, ist das kein Grund aufzugeben. Irgendwann werdet ihr sagen können: Es hat sich gelohnt!

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3 Gedanken zu „Story Time: Dranbleiben ist das Wichtigste!

  1. Ein unheimlich schöner und bewegender Beitrag. Ich wünsche dir, dass du immer einen Weg findest, neue Motivation zu schöpfen und wieder loszulaufen. Zu rennen und dabei den Wind, das Leben in deinem Gesicht spürst. <3

    Liebst,
    Any | Echo Of Magic

  2. Wirklich motivierend. Und man kann sich das ja auch eigentlich nicht oft genug sagen: dran bleiben!
    Denn wie viele tolle oder wichtige Dinge wären nicht erfunden, geschrieben, gemalt, musiziert worden, wenn alle immer direkt aufgäben, wenn es mal etwas schwierig wird. Das dran bleiben ist doch die Kunst und das was einen letztendlich erfolgreich macht. 🙂

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