Innerer Schweinehund!

Jeder kommt mal an diesem Punkt an, bei dem er einfach keine Lust mehr hat oder vielleicht auch keine Kraft mehr. Bei einigen ist dieser Moment einmal im Jahr, bei manchen einmal die Woche. Da kann es dann um Kleinigkeiten gehen, aber auch um größere Sachen. Und natürlich kommt das auch bei mir recht häufig vor.

Wenn man wieder unten am Berg steht

Einen Berg hoch zu laufen mag vermutlich kaum einer gerne und schon gar nicht, wenn es einfach nur ein Alltäglicher Weg ist, den man vor sich hat. Mein Freund wohnt auf einem Berg. In einer Kurve. Einer endlosen Berg-Kurve. Die Bushaltestelle ist natürlich am Fuß des Berges, wo auch sonst. Und für mich ist es wirklich eine Qual da rauf zu laufen. Ist es die Faulheit? Oder die fehlende Kraft? Was es auch sein mag, ich habe meine eigene Methode entwickelt, diesen schrecklichen Weg zu meistern. Einige von euch denken sich jetzt vielleicht: Was soll daran so schwer sein ein paar Meter den Hügel rauszulaufen? Tja, eigentlich nichts. Außer man ist ein Mensch, der ziemlich schnell außer Atem kommt und den kaum Kraft in den Beinen hat. Oder einfach jemand, der eine Hypothyreose hat. Girl, that’s me! Für mich sind solche Berge schon mal eine kleine Herausforderung. Mein erster Trick – und bitte lacht jetzt nicht, denn es klappt – war „Das Seil“. Ich habe mir einfach vorgestellt, ich ziehe mich an einem seil den Berg hoch. Keine Ahnung wieso das funktioniert, aber es tut. Manchmal bin ich aber auch etwas verärgert über meine Situation und will mich nicht kleinkriegen lassen. Da muss dann auf der innere Schweinehund überwunden werden. Und dann sag ich einfach ein paar mal zu mir „Innerer Schweinehund!“ und meistens renn ich dann sogar den Berg hinauf.

Ein kleiner Erfolg

Vor ein paar Tagen waren wir mit der Arbeitsgruppe in Bad Urach an den Wasserfällen wandern. Der Weg ist an sich wirklich wunderschön, aber es geht ganz schön Berg auf! Zuvor hieß es zwar, dass der Weg gar nicht so schwer sei, aber Freunde: Mein Herz ist mir fast durch den Hals gesprungen. Ich konnte eigentlich recht gut mithalten und war auch immer flott dabei an der Front. Aber irgendwann habe ich gemerkt wie mir schwummrig geworden ist, meine Beine so langsam nachgelassen haben  und  mein Puls einfach extrem in die Höhe geschossen ist ( wir hatten erst eine Dreiviertelstunde von ca. 3 Stunden hinter uns). Aber ich bin weiter gelaufen. Und als ich dann wirklich nicht mehr konnte, auch mental, habe ich wieder meinen Inneren Schweinehund-Satz gesagt und bin zumindest die nächsten 10 Meter den Berg hoch gerannt. Aber wir waren noch immer nicht am Ende und dann musste wirklich eine Pause für ich sein. Zum Glück war da gerade eh so ein toller Ausguck, bei dem jeder ein Foto machen wollte – so hab ich schon keinen aufgehalten.

Am Ende war ich wirklich stolz auf mich! Ich hatte davor schon Bammel, dass mir meine Schilddrüse einfach einen Strich durch die Rechnung macht, aber so bald es wieder eben war, konnte ich problemlos weiterlaufen. Am Ende waren es ca. 17 000 Schritte und ca. 3 Stunden Wanderung.

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